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Luanda
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Luanda [portugiesisch ] (ursprĂŒnglich SĂŁo Paulo da Assunção de Loanda, Schreibweise bis ins 19. Jahrhundert auch Loanda)cite-ref-2[2] ist die Hauptstadt Angolas und hat etwa 9 Millionen Einwohner (Stand 2022). Diese Zahl bezieht sich auf das Gebiet, das verwaltungstechnisch zu Luanda gehört. TatsĂ€chlich ist die Stadt jedoch erheblich ĂŒber diese Grenzen hinaus gewachsen und hat dabei bestehende Siedlungskerne absorbiert.

Inzwischen gehört Luanda zu den grĂ¶ĂŸten StĂ€dten Afrikas und ist auch die drittgrĂ¶ĂŸte portugiesischsprachige Stadt hinter SĂŁo Paulo sowie Rio de Janeiro und vor Lissabon sowie Maputo.

Contents

‱ Geographie
‱ Klima
‱ Geschichte
‱ Religionen
‱ Musseques
‱ Politik
‱ Kultur
‱ Film
‱ Museen
‱ Parks
‱ Sport
‱ Handel
‱ Wirtschaft
‱ Verkehr
‱ Medien
‱ Bildung
‱ Weblinks

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Geographie

Geographische Lage

Luanda liegt in der Provinz Luanda nördlich der MĂŒndung des Flusses Cuanza in den Atlantik.

Luanda wird in zwei Teile geteilt, die Baixa de Luanda (das untere Luanda, die Unterstadt, die alte Stadt) und die Cidade Alta („obere Stadt“, Oberstadt, neuer Stadtteil). Die Baixa de Luanda befindet sich in der NĂ€he des Hafens, wo es noch enge Straßen und alte GebĂ€ude der Kolonialzeit gibt. Die KĂŒste wird durch die BaĂ­a de Luanda (Bucht von Luanda) geprĂ€gt, geformt durch den Schutz des kontinentalen Litorals durch die vorgelagerte Halbinsel Ilha do Cabo. Im SĂŒden des Stadtkerns liegt die BaĂ­a de Mussulo (Bucht von Mussulo), die durch das Riff von Mussulo gebildet wurde.cite-ref-3[3]

Seit der UnabhÀngigkeit ist die Bevölkerung auf mehr als das Dreifache angewachsen, so dass sich die Stadt seit 1975 auf ein Mehrfaches der FlÀche ausgedehnt hat.cite-ref-4[4]

Stadtgliederung

Das 1576 gegrĂŒndete Luanda hatte 1605 erste Stadtrechte erhalten und war seither Sitz eines eigenen Kreises. Nach der UnabhĂ€ngigkeit 1975 wurde der Kreis aufgelöst und das Stadtgebiet erst in drei, spĂ€ter in neun Kreise aufgeteilt. Dies waren Cazenga, Ingombota, Kilamba Kiaxi, Maianga, Rangel, Samba, Sambizanga, Cacuaco und Viana. Cazenga und Viana waren die bevölkerungsreichsten.cite-ref-5[5]

Durch Zuzug wuchs die Stadt betrĂ€chtlich, wĂ€hrend des BĂŒrgerkriegs (1975–2002) und im Verlauf des danach einsetzenden Wirtschaftswachstums. Seither sind mit Luanda Sul und Kilamba neue Satelliten-StĂ€dte gebaut worden. In Camama, Zango sowie Kilamba Kiaxi wurden weitere Hochhaussiedlungen erbaut. Andererseits haben sich – wohl noch stĂ€rker – die Slums („musseques“) stĂ€ndig ausgedehnt.cite-ref-6[6] Die Hauptstadt Luanda wĂ€chst damit teilweise ĂŒber die Provinzgrenzen hinaus.

In dem Zusammenhang wurden Änderungen in der Verwaltungsgliederung nötig. Neue Kreise und Gemeinden entstanden und wurden neu zugeordnet. Seit 2011 ist Luanda nun wieder ein eigener Kreis (MunicĂ­pio) innerhalb der Provinz Luanda. Die weiteren Kreise der Metropolregion Luanda seit einer Neugliederung im November 2016 sind: Belas, Cacuaco, Cazenga, Kilamba Kiaxi, Talatona und Viana, die Provinz Luanda umfasst zusĂ€tzlich die lĂ€ndlich geprĂ€gten Kreise Ícolo e Bengo und Quiçama.cite-ref-7[7]cite-ref-8[8]

Der Kreis Luanda wird aus sieben Stadtbezirken gebildet:cite-ref-9[9]

‱ Ingombota (ehemaliges Município) – das historische, politische, kommerzielle und kulturelle Zentrum von Luanda
‱ Rangel (ehemaliges Município)
‱ Sambizanga (ehemaliges Município)
‱ Samba (ehemaliges Município)
‱ Maianga (ehemaliges Município)
‱ Neves Bendinha
‱ Ngola Kiluanje

Klima

Luanda befindet sich in der tropischen Klimazone. Die Jahresdurchschnittstemperatur betrÀgt 24,4 Grad Celsius, die jÀhrliche Niederschlagsmenge 368 Millimeter im Mittel. Die wÀrmsten Monate sind Februar bis April mit durchschnittlich 26,7 bis 27,0 Grad Celsius, die kÀltesten Juli und August mit 20,2 bis 20,4 Grad Celsius im Mittel. Der meiste Niederschlag fÀllt in den Monaten MÀrz und April mit durchschnittlich 97 bis 124 Millimeter, der wenigste zwischen Juni und Oktober mit null bis sieben Millimeter im Mittel.

Umweltprobleme

Trinkwasser

Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser gehört zu den zentralen Umweltproblemen. Nach Unicef-Angaben verfĂŒgen nur 22 % der lĂ€ndlichen Bevölkerung Angolas ĂŒber einen Zugang zu sauberem Wasser, in den StĂ€dten sind es 57 %.cite-ref-10[10] Doch besonders in den ausgedehnten Slums (musseques) von Luanda, in denen 70–80 % der Einwohner leben,cite-ref-11[11] ist die Lage problematisch; die Bevölkerung ist stĂ€ndig von Cholera-Epidemien bedroht.

MĂŒllentsorgung

Ein weiteres Problem in Luanda ist die MĂŒllentsorgung. Vielerorts in der Stadt tĂŒrmen sich die MĂŒllansammlungen, da es einen Mangel bei der MĂŒllabfuhr gibt. Besonders nach starken RegenfĂ€llen entstehen dadurch enorme UmweltschĂ€den.cite-ref-12[12] Jeder zweite Haushalt in Luanda entsorgt seinen MĂŒll „im Freien“.cite-ref-13[13]

Geschichte

Am 11. Februar 1575cite-ref-14[14] landete der portugiesische KapitĂ€n Paulo Dias de Novais an der Ilha do Cabo mit einer ersten Gruppe portugiesischer Siedler. Es waren insgesamt rund 700 Personen, darunter 350 bewaffnete MĂ€nner, Geistliche, Kaufleute und Beamte. Da sich die Ilha do Cabo schlecht verteidigen ließ, ließen sich die Siedler auf dem gegenĂŒber liegenden Morro de SĂŁo Miguel nieder. Dieser HĂŒgel hatte strategisch eine ideale Position und verfĂŒgte auch ĂŒber Quellen. Am 25. Januar 1576 wurde die Stadt als SĂŁo Paulo da Assunção de Loanda (Übersetzt ungefĂ€hr: „Heiliger Paulus von Maria Himmelfahrt zu Loanda“) gegrĂŒndet.cite-ref-15[15] Die Portugiesen verbĂŒndeten sich mit den KriegerverbĂ€nden der Jaga. Mit deren Hilfe griffen sie Ndongo an und setzen den König abcite-ref-16[16]. Dies fĂŒhrte zu einer Reihe von dynastischen Auseinandersetzungen (Angola-Kriege), die das Hinterland von Luanda verwĂŒsteten. Kriegsgefangene wurden von den Portugiesen als Sklaven nach Brasilien verschifftcite-ref-17[17]. Luanda wurde 1627 das Zentrum der portugiesischen PrĂ€senz auf dem Territorium des heutigen Angola und behielt diese Funktion bis zum Ende der Kolonialzeit im Jahre 1975 bei (mit Ausnahme der Jahre 1641 bis 1648, als sie von den Niederlanden besetzt war).

Die Stadt blieb bis in die zweite HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts hinein Zentrum des Sklavenhandels nach Brasilien, in die Karibik und die USA. Nach der Abschaffung der Sklaverei 1836 erlitt Luanda eine wirtschaftliche und soziale Krise. Zahlreiche EuropĂ€er verließen daraufhin die Stadt. Der Bau der Eisenbahnstrecke nach Funda im Jahr 1888 brachte durch den Warenaustausch mit dem Hinterland einen wirtschaftlichen Aufschwung. Damals zĂ€hlte Luanda erst 15.000 Einwohner, darunter 3000 Portugiesen.cite-ref-18[18] Mit dem Aufschwung zogen nun viele Afrikaner in die Stadt und bauten sich dort ihre traditionellen LehmhĂŒtten. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Bauvorschriften eingefĂŒhrt, was zum Abriss der nicht standardgemĂ€ĂŸen Behausungen fĂŒhrte. Die Ă€rmere Bevölkerung wurde an die Peripherie der Stadt umgesiedelt. Es entstanden die ersten Musseques.

Im Jahr 1930 wurde in Luanda die ElektrizitĂ€t eingefĂŒhrt, die entscheidend fĂŒr die wirtschaftliche Entwicklung war. Dadurch wuchs auch die weiße Bevölkerung in der Stadt an, die nun den Raum vom Zentrum bis zur Peripherie einnahm. 1942 wurde von der Stadtverwaltung der erste stĂ€dtebauliche Masterplan herausgegeben, der die Schaffung verschiedener, durch ein verzweigtes Transportnetz verbundener GartenstĂ€dte sowie den Bau von fĂŒnf SatellitenstĂ€dten vorsah, um die ĂŒberzĂ€hlige Bevölkerung unterzubringen. 1945 wurde der neue Hafen und viele Straßen gebaut. Ein schnelles wirtschaftliches und industrielles Wachstum setzte ein, was zu einem weiteren Anstieg der Bevölkerung und einer Ausdehnung der Stadt fĂŒhrte. In den 1960er und 70er Jahren wurden fĂŒr die Ă€rmeren Weißen und die schwarze Arbeiterklasse sogenannte „Volksviertel“ (Bairros Populares) errichtet, die sich spĂ€ter jedoch zu Musseques entwickelten.cite-ref-19[19]

Nach der UnabhĂ€ngigkeit Angolas 1975 verließ ein Großteil der portugiesischen Bevölkerung Angola, also auch Luanda. Durch den langjĂ€hrigen BĂŒrgerkrieg in Angola litt auch die Hauptstadt. Ihre Bevölkerungszahl stieg aufgrund einer starken Binnenwanderung stark. Seit dem Ende des Kriegs im Jahr 2002 erlebt Luanda einen Aufschwung, der am deutlichsten durch ein ausgedehntes FlĂ€chenwachstum, den rasanten Bau von modernen HochhĂ€usern und den Ausbau der Infrastruktur ins Auge fĂ€llt.

Bevölkerung

Religionen

Das Christentum hat in Luanda seit der Missionierung und Kolonisierung Fuß gefasst, die Katholiken seit dem 16. Jahrhundert, die Protestanten seit Ende des 19. Jahrhunderts. Die erste Kirche von Angola wurde 1575 in Luanda gebaut. 50 bis 60 Prozent der Bevölkerung bezeichnen sich als Katholiken. Bei den traditionellen Protestanten (vor allem Methodisten, Baptisten und Kongregationalisten) liegt die Zahl zwischen 15 und 20 Prozent; dazu kommen seit der UnabhĂ€ngigkeit zahlreiche Erweckungskirchen und Sekten, die großen Zulauf haben.cite-ref-20[20] AnhĂ€nger traditioneller afrikanischer Religionen gibt es in Luanda nicht mehr.cite-ref-21[21] Die bisher völlig unbedeutende Zahl der Moslems ist durch Einwanderer aus Westafrika und anderen LĂ€ndern in den letzten Jahren leicht gestiegen und dĂŒrfte bei ein bis zwei Prozent der Bevölkerung liegen.

Luanda ist Sitz des katholischen Erzbistums Luanda und der gemeinsamen Bischofskonferenz von Angola und SĂŁo TomĂ© (ConferĂȘncia Episcopal de Angola e SĂŁo TomĂ© e PrĂ­ncipe, CEAST). In Hirtenbriefen ruft diese immer wieder zu mehr sozialer Gerechtigkeit auf.

Zum Angolanischen Christenrat der Protestanten (Conselho de Igrejas CristĂŁs de Angola – CICA) gehören heute 22 Mitgliedskirchen, darunter neben den oben genannten vor allem Lutheraner und Reformierte.

Die angolanischen Kirchen haben durch ihren Einfluss eine große Rolle im Friedensprozess zum Ende des BĂŒrgerkrieges gespielt. Das von den Kirchen gegrĂŒndete ökumenische Komitee fĂŒr den Frieden (Coiepa) war federfĂŒhrend bei der Entstehung der angolanischen Friedensbewegung und hat der Zivilgesellschaft mehr Handlungsspielraum gegeben. Der Schweizer Pfarrer Benedict Schubert, der lange fĂŒr die Reformierte Kirche in Luanda tĂ€tig war, rĂ€umt allerdings auch mit der gĂ€ngigen Vorstellung auf, die katholische Kirche sei in der Kolonialzeit williger Diener der portugiesischen Kolonialmacht gewesen, wĂ€hrend die protestantischen Kirchen dem angolanischen Nationalismus huldigten. Dass die Geschichte so einseitig nicht ist, zeigt sein Buch Der Krieg und die Kirchen: Angola 1961–1991.cite-ref-22[22]

Die inzwischen etwa 1000 Kirchen und sonstigen Religionsgemeinschaften sind meistens beim Instituto Nacional para os Assuntos Religiosos (INAR), einer Abteilung des Ministeriums fĂŒr Kultur, offiziell registriert, haben aber unter sich keinen Zusammenhalt. AuswĂŒchse wie Teufels- und Hexenwahn werden behördlich bekĂ€mpft und in der Regel unterbunden.

Einwohnerentwicklung

Allein zwischen 1990 und 2001 hat sich die Einwohnerzahl Luandas verdoppelt. In offiziellen Statistiken wird die Einwohnerzahl der Hauptstadt mit 2,6 Millionen angegeben. Nach mittlerem geschĂ€tzten Wert leben mittlerweile jedoch ĂŒber 5 Millionen Menschen in Luanda, ĂŒber ein Viertel der Gesamtbevölkerung des Landes. Im Jahr 2014 wurde in Luanda eine Volks- und WohnungszĂ€hlung abgehalten.cite-ref-23[23] Die VolkszĂ€hlung ergab eine Einwohnerzahl von 6,7 Millionen.

Die Einwohner Luandas sind ĂŒberwiegend Angehörige afrikanischer Ethnien wie der Ambundu, der Bakongo und der Ovimbundu (in dieser Reihenfolge). Offizielle Landessprache ist Portugiesisch. Es werden auch einheimische Bantu-Sprachen gesprochen, insbesondere Kimbundu, Kikongo und Umbundu, doch nimmt deren Kenntnis in der jĂŒngeren Generation stĂ€ndig ab. Das in Luanda (und im Ausgang von dort im ĂŒbrigen Angola) gesprochene Portugiesisch ist aber mit Lehnwörtern aus afrikanischen Sprachen durchsetzt und bildet auch sonst idiomatische Eigenheiten heraus.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach den jeweiligen Jahresstatistiken.

Diese Angaben sind fĂŒr die Kolonialzeit recht genau, stellen fĂŒr die nachkoloniale Zeit bis zum Jahr 2014 jedoch nur SchĂ€tzwerte dar.

Aus dem explosionsartigen Wachstum der Einwohnerzahl, das sich nicht zuletzt durch die massive Binnenwanderung der Bakongo und der Ovimbundu erklĂ€rt, ergeben sich fĂŒr die Beschaffung von Wohnraum und die Entwicklung der Infrastrukturen (Straßen, ElektrizitĂ€ts- und Wasserversorgung, Telefonnetz u. a.m.) schwerste und bis heute oft ungelöste Probleme. WĂ€hrend diese in den großflĂ€chigen Neubauvierteln der wohlhabenden Schichten grundsĂ€tzlich gelöst werden, sieht sich die ĂŒbrige Bevölkerung fast existentiellen Schwierigkeiten ausgesetzt.cite-ref-24[24]

Aufgrund Angolas rapidem Bevölkerungswachstum in Verbindung mit voranschreitender Urbanisierung wird bis zum Jahr 2050 mit einer Bevölkerung von 14,3 Millionen Einwohnern gerechnet. Luanda wÀre damit unter den 30 bevölkerungsreichsten Agglomerationen der Welt.cite-ref-25[25]

Musseques

Die in Angola als Musseques bezeichneten Slums, ohne Abwasser- und MĂŒllentsorgung, meist ohne Wasser- und oft auch ohne Stromanschluss, haben sich besonders an der Peripherie Luandas ausgebreitet. Die Mehrheit der Bewohner geht durchaus einer BeschĂ€ftigung nach und das durchschnittliche Haushaltseinkommen liegt beispielsweise in ParaĂ­so bei rund 44.000 Kwanzas (114 Euro). Das Einkommen reicht jedoch meist nicht aus, um die Kinder auf die Privatschulen zu schicken – staatliche Schulen gibt es in vielen dieser Viertel nicht. Die Folge ist eine hohe JugendkriminalitĂ€t. Nachts patrouilliert dort die Polizei grundsĂ€tzlich nicht, da es keine Beleuchtung gibt. ÜberfĂ€lle werden jedoch zu jeder Tageszeit verĂŒbt.cite-ref-26[26] Die grĂ¶ĂŸten dieser Armenviertel sind: Kikolo, CatintĂłn, Rocha Pinto, Dangereux, Simione, Mabor, Asa Branca, Malanjinho, Estalagem, 28 de Agosto, Maria EugĂ©nia Neto, Soba Kapassa, Capalanca, Camadeira, ParaĂ­so, Belo Monte, Bananeiras, PapĂĄ SimĂŁo, Malueca, Grafanil, Kapolo, Uengi Maka, Kimbango, Mulenvos, Sapu und Bita.cite-ref-27[27]

KriminalitÀt

GewaltkriminalitĂ€t und bewaffnete ÜberfĂ€lle sind vor allem in Luanda verbreitet. Bevorzugte Objekte von DiebstĂ€hlen sind nicht nur Geld, sondern auch Mobiltelefone, weswegen zur Vorsicht beim Telefonieren auf der Straße geraten wird. In letzter Zeit werden insbesondere in Luanda ÜberfĂ€lle auf Kfz verĂŒbt, die im stehenden Verkehr keine Fluchtmöglichkeit haben. Diese ÜberfĂ€lle erfolgen auch am Tage durch bewaffnete TĂ€ter auf MotorrĂ€dern, die in der Regel die Herausgabe des Mobiltelefons, der Geldbörse und von Dokumenten verlangen. Auch die ÜberfĂ€lle auf GeschĂ€fte hĂ€ufen sich. Besonders betroffen sind jene, die AuslĂ€ndern wie Portugiesen, Chinesen und Westafrikanern gehören. Aber auch die Ă€rmere Bevölkerung ist davon betroffen. Ein neuer „Trend“ ist in manchen Vierteln die Schutzgelderpressung von HĂŒtten- und Hausbewohnern, um zu Hause nicht ĂŒberfallen zu werden. Da die Polizei nicht eingreift, haben sich BĂŒrgerwehren gebildet, die solche GewalttĂ€ter aufgreifen und durch eine harte Selbstjustiz bestrafen. Ihnen werden brennende Autoreifen um den Hals gelegt.cite-ref-28[28] Eine stark steigende Tendenz verzeichnen auch EntfĂŒhrungen mit Lösegelderpressung, denen vor allem AuslĂ€nder, insbesondere Chinesen, zum Opfer fallen. Die Zahl der EntfĂŒhrungen stieg in Luanda zwischen 2017 und 2018 von sieben auf 20, was der HĂ€lfte aller solcher FĂ€lle in Angola entspricht.cite-ref-29[29]

Politik

StÀdtepartnerschaften

‱ Brasilien Salvador da Bahia, Brasilien
‱ Vereinigte Staaten Houston, USA (2003)
‱ Portugal Porto, Portugal (1999)cite-ref-30[30]
‱ Brasilien Belo Horizonte, Brasilien (1968)

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Kultur

Angola ist kulturell geprĂ€gt von afrikanischen Traditionen, der 500-jĂ€hrigen portugiesischen Kolonialherrschaft, der sozialistischen Phase der Endsiebziger und achtziger Jahre und – in jĂŒngerer Zeit zunehmend – durch die Wertewelt, wie sie von US-amerikanischen (Musik, Jugendkultur, Konsum) und brasilianischen (Musik, Mode, Vokabular) Medien verbreitet wird.cite-ref-31[31]

Zu den bedeutendsten Kulturzentren der Stadt gehören das 2015 im ehemaligen Grand Hotel eröffnete Brasilianische Kulturzentrum (CCBA) mit Theatersaal und Kino sowie seit 2019 der vermutlich von Gustave Eiffel erbaute und nach Luanda verschiffte PalĂĄcio de Ferro (Eisenpalast), der auch zu den SehenswĂŒrdigkeiten der Stadt zĂ€hlt.cite-ref-32[32]

Musik und Theater

Es gibt eine rege Musik- und Theaterszene. Der populĂ€re Musik- und Tanzstil Kuduro entstand im Stadtbezirk Sambizanga. Im MĂ€rz 2017 zĂ€hlte Luanda 159 Theatergruppen, in denen sich rund 3000 junge Schauspieler treffen.cite-ref-33[33] Es existieren im Land jedoch bisher keine professionellen Theatergruppen, die Eintrittspreise sind zu gering, um Schauspieler anzustellen.cite-ref-34[34] Über 100 dieser Gruppen sind an Kirchen gebunden. Bei ihnen steht die Volkserziehung im Vordergrund, wie die Verbreitung moralischer Werte, die Verurteilung von hĂ€uslicher Gewalt, der Drogen- und Alkoholmissbrauch, die Gefahr von AIDS, die JugendkriminalitĂ€t oder die Lösung existentieller Lebensprobleme. Die Bindung vieler Theatergruppen an Kirchen besteht schon seit dem Beginn der Kolonialzeit. In den 1980er Jahren kamen studentische Theatergruppen dazu. In Luanda gibt es nur wenige Theater wie das Teatro Municipal de Luanda, Teatro Elinga oder Teatro Avenida. Die meisten AuffĂŒhrungen finden in improvisierten SĂ€len und in Clubs statt, einige im Brasilianischen Kulturzentrum, im Belas-Shopping Center oder im Hotel Plaza in Talatona.cite-ref-35[35] Der angolanische Theaterverband (AAT) strebt bis 2021 die Schaffung weiterer TheatersĂ€le an.cite-ref-36[36]

Film

Luanda ist das Zentrum der Film- und Fernsehproduktion des Landes. Die wichtigsten Institutionen sind hier angesiedelt, darunter das IACA (Instituto Angolano do Cinema e do Audiovisual), das staatliche Filminstitut und Filmförderungsanstalt.

AlljĂ€hrlich finden hier eine Reihe Filmfestivals statt, so das Festival Internacional de Cinema Luanda (FIC Luanda), das pan-afrikanische Festival Internacional de Cinema Pan-Africano de Luanda (PAFF Luanda), das Festival Internacional de Curta Metragem da Kianda (FESC-Kianda) fĂŒr Kurzfilme aus portugiesischsprachigen LĂ€ndern, das Dokumentarfilm-Festival Festival Internacional de Cinema Documental (Doc Luanda) und das Freiluftkino-Festival Viana CineFest. Auch das portugiesische FESTin fĂŒr lusophone Filme machte schon mehrfach Station in Luanda.

Museen

Die Festung SĂŁo Miguel von Luanda ist das Nationalmuseum fĂŒr MilitĂ€rgeschichte; außerdem gibt es in Luanda das Museu Nacional de Antropologia mit einer Sammlung afrikanischer Kunst, insbesondere einer großen Anzahl von Masken sowie das Naturkundemuseum Museu Nacional de HistĂłria Natural. SĂŒdwestlich von Luanda befindet sich in einer Kapelle auf einem HĂŒgel am Meer das Sklavereimuseum Museu Nacional da Escravatura.

Parks

Es gibt in Luanda nur wenige Parks, da die freien PlÀtze vorwiegend von informellen Siedlungen besetzt wurden. Im historischen Stadtzentrum haben sich einige Parks erhalten, wie Largo do Atlåntico, der mit dichter Vegetation und BÀumen bedeckt ist, Jardim da Cidade Alta, der durch den Abriss einer baufÀlligen Kirche entstand, der benachbarte Parque da Liberdade und der Parque do Miramar, der sich am Hang dieses Viertels erstreckt.

Der Kissama-Nationalpark liegt 70 km sĂŒdlich von Luanda, in der Provinz Luanda. Er ist der drittgrĂ¶ĂŸte Nationalpark im Land und gilt als der meistbesuchte der sechs Nationalparks in Angola.

Sport

Am 28. Mai 1972 wurde die Autorennstrecke AutĂłdromo de Luanda eröffnet. Beachtung fand insbesondere das internationale 3-Stunden-Rennen von Luanda 1973. Mit Ausbruch des angolanischen BĂŒrgerkrieges nach der UnabhĂ€ngigkeit von Portugal 1975 ruhte ĂŒber dreißig Jahre der Rennbetrieb, mittlerweile werden hier wieder Rennveranstaltungen durchgefĂŒhrt.cite-ref-37[37]

Die Fußball-Afrikameisterschaft 2010 wurde von Angola ausgerichtet. In Luanda entstand dazu mit dem EstĂĄdio 11 de Novembro eines von vier neuen Stadien im Land. Zu den weiteren Fußballstadien in Luanda gehören das EstĂĄdio Cidade UniversitĂĄria und das historische EstĂĄdio Nacional dos Coqueiros. Sie sind die Heimat der verschiedenen Vereine der Hauptstadt, von denen einige zu den Spitzenvereinen des Fußballs in Angola zĂ€hlen. Zu nennen ist dabei Rekordmeister AtlĂ©tico PetrĂłleos Luanda. Aus Luanda stammen aber auch andere DauergĂ€ste der Girabola-Profiliga wie AtlĂ©tico Sport Aviação, CD Primeiro de Agosto, GD Interclube, Kabuscorp FC do Palanca, Progresso Associação do Sambizanga oder Sport Luanda e Benfica, ein 1922 gegrĂŒndeter Filialverein von Benfica Lissabon.

Luanda war Gastgeber der Basketball-Afrikameisterschaft der Damen 1983 und der Basketball-Afrikameisterschaft 1989. Die Stadt war danach auch Austragungsort der Basketball-Afrikameisterschaften 1999 und 2007. Auch andere Sport-Großveranstaltungen hat die Stadt bereits ausgerichtet, so die Handball-Afrikameisterschaft der Frauen 2016 und die Handball-Afrikameisterschaft der MĂ€nner 1985. Auch verschiedene internationale Rollhockeyturniere fanden hier statt.

Die populĂ€rste Laufveranstaltung in Angola ist der Silvesterlauf von Luanda, der vom angolanischen Leichtathletikverband (Federação Angolana de Atletismo, FAA) veranstaltet wird. Zur 59. Auflage des SĂŁo Silvestre de Luanda am 31. Dezember 2014 wird die Rekordmarke von 3.000 angemeldeten Athleten beider Geschlechter angestrebt. Auch 79 auslĂ€ndische LĂ€ufer aus 21 LĂ€ndern haben sich angemeldet. 1.000 Polizisten sorgen fĂŒr die Sicherheit entlang der 10 km langen Strecke vom zentralen Platz Largo da Mutamba bis zum EstĂĄdio dos Coqueiros.cite-ref-38[38]

Typische Speisen

Im Allgemeinen greift die angolanische KĂŒche hauptsĂ€chlich auf Fisch und MeeresfrĂŒchte, Maniok und/oder Mais zurĂŒck, die zu wĂŒrzig-scharfen Eintopfgerichten verarbeitet werden. Auch GeflĂŒgel findet viel Verwendung. Einige Kochrezepte sind: Papaya mit Portwein, gegrillte Garnelen oder gegrilltes Huhn, zum Nachtisch z. B. den Kokosnusspudding Cocada Amarela. In den StĂ€dten setzt sich allerdings schon seit Jahrzehnten zunehmend die portugiesische KĂŒche durch.

Handel

Im Jahr 2007 wurde in Luanda Afrikas modernstes Einkaufszentrum Belas Shopping-Center eröffnet. Es wurden dafĂŒr 35 Mio. US-Dollar von dem brasilianischen Unternehmen Odebrecht Angola investiert. Es ist das grĂ¶ĂŸte Einkaufszentrum Angolas. Belas Shopping Center befindet sich in Talatona im SĂŒden Luandas und verfĂŒgt ĂŒber 100 unterschiedliche LĂ€den, ein Kino mit 8 SĂ€len mit insgesamt 2400 PlĂ€tzen und 17 Restaurants. Seither sind weitere Einkaufszentren im Stadtgebiet hinzugekommen, insbesondere das Ginga Shopping und das Shopping Avenida.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Getrieben von Petrodollars erlebte die Hauptstadt zu Beginn des 21. Jahrhunderts einen Bauboom.cite-ref-39[39] FĂŒr AuslĂ€nder war Luanda 2010 die Stadt mit den höchsten Lebenshaltungskosten der Welt,cite-ref-40[40]cite-ref-41[41] mit Mietpreisen von 15.000 Dollar im Monat. In einer Rangliste der StĂ€dte nach ihrer LebensqualitĂ€t belegte Luanda im Jahre 2018 den 201. Platz unter 231 untersuchten StĂ€dten.cite-ref-42[42]

In Luanda werden unter anderem Erdöldestillate, Bekleidung, Fahrzeuge und Lebensmittel hergestellt. Die wichtigsten ExportgĂŒter sind Rohöl, Diamanten, Eisenerz, Kaffee und Fischprodukte.

Seit dem April 2007 existiert in Luanda der Automobilhersteller Zhongji Company, welcher der chinesischen Zhengzhou Nissan Automobile Co., Ltd. angehört. Produziert werden Automobile der Marke Nissan, die in viele LÀnder des afrikanischen Kontinents exportiert werden.

Auch die Wertpapierbörse des Landes, die Bolsa de Dívida e Valores de Angola, befindet sich hier.

Das Bild Luandas ist allerdings weitgehend beherrscht von einer Schattenwirtschaft.cite-ref-43[43]

Wasser- und Stromversorgung

Der Zensus 2014 ergab, dass nur 28 % der Haushalte in Luanda an das öffentliche Wasserleitungsnetz angeschlossen sind, wÀhrend 46 % durch Zisternen-LKW mit Trinkwasser versorgt werden. Im Stadtgebiet sind 68 % der Haushalte an das Stromnetz angeschlossen.cite-ref-44[44]

Verkehr

In der Stadt liegt der wichtigste Hafen des Landes. Eine Bahnlinie verbindet die Hauptstadt mit den Eisenerzminen in N’dalatando und den Kaffeeanbaugebieten um Malanje im Landesinneren. Luanda hat einen internationalen Flughafen, den Aeroporto Internacional Quatro de Fevereiro.

Fernverkehr

Östlich von Luanda wurde eine vierspurige Via Expresso fertiggestellt, die es ermöglicht die Hauptstadt weitrĂ€umig im Halbkreis zu umfahren. Damit wird der Vorort Viana erheblich vom Baustellen- und Zivilverkehr entlastet.

Eisenbahnverkehr

Der Zugverkehr ĂŒber die Luandabahn bekommt als Transportmittel fĂŒr Menschen und GĂŒter allmĂ€hlich wieder mehr Bedeutung. Nachdem bereits seit 2005 der Zugverkehr der Benguelabahn zwischen Huambo und Benguela wieder schrittweise in Betrieb genommen worden war, verkehren seit Juli 2007 auch ZĂŒge zwischen Luanda und Viana wieder regelmĂ€ĂŸig. Die Gesamtstrecke zwischen Luanda und Malanje wurde 2010 vollstĂ€ndig neu eröffnet, nach abgeschlossener Modernisierung der Eisenbahnstrecke und Neubau ihrer wichtigsten Bahnhöfe. Auf einigen Verbindungen ins Landesinnere werden Speisen und GetrĂ€nke angeboten.

Hafen

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Hauptartikel

:

Hafen von Luanda

Der GĂŒterumschlag im Hafen von Luanda variiert konjunkturbedingt relativ stark. WĂ€hrend der Hafen im ersten Halbjahr 2010 mehr als vier Millionen Tonnen GĂŒter abwickelte,cite-ref-45[45] verzeichnete er im Jahr 2014 12 Millionen Tonnen und 744.000 Containerbewegungen, im Jahr 2017 jedoch nur 7,8 Millionen Tonnen und 520.000 Containerbewegungen. Er ist ĂŒberwiegend ein Exporthafen, die Ausfuhr betrĂ€gt nur rund ein Drittel der Einfuhr. Im Jahr 2013 wurden 70.000 Pkws in Angolas Hauptstadt ausgeladen, im Jahr 2014 jedoch 136.400 und 2017 nur 12.000.cite-ref-46[46]cite-ref-47[47] Der durchschnittliche Aufenthalt der ImportgĂŒter ist durch die Verzollung im Hafen im Jahr 2010 von 80 auf 28 Tage gesunken.cite-ref-48[48]

FlughÀfen

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Hauptartikel

:

Aeroporto Internacional Quatro de Fevereiro

und

AntĂłnio Agostinho Neto International Airport

Luanda hat zwei internationale FlughÀfen, den Aeroporto 4 de Fevereiro und den António Agostinho Neto International Airport. Seit 1. April 2008 fliegt Lufthansa von Frankfurt am Main zweimal wöchentlich nach Luanda. Der Flughafen Aeroporto 4 de Fevereiro wurde 2010 modernisiert und erweitert.

Die chinesische Eximbank finanzierte den internationalen Großflughafen AntĂłnio Agostinho Neto International Airport, der grĂ¶ĂŸter Flughafen Afrikas werden soll. Dieser liegt nicht in Luanda selbst, sondern östlich von Viana.

Fluggesellschaften und ihre Ziele am Flughafen 4 de Fevreiro:

‱ Air France (Paris)
‱ Air Namibia (Windhoek)
‱ Brussels Airlines (BrĂŒssel)
‱ Diexim Expresso (Cabinda, Benguela, Huambo, Lubango, Ondjiva, Soyo)
‱ Emirates (Dubai)
‱ Ethiopian Airlines (Addis Ababa)
‱ Kenya Airways (Nairobi)
‱ Lufthansa (Frankfurt)
‱ Royal Air Maroc (Casablanca)
‱ Sonair (Benguela, Cabinda, Catumbela, Lubango, Ondjiva, Soyo)
‱ South African Airways (Johannesburg)
‱ TAAG Angola Airlines (Amsterdam, Brazzaville, BrĂŒssel, Cabinda, Casablanca, Catumbela, Dundo, Frankfurt, Harare, Havanna, Huambo, Ilha do Sal, Johannesburg, Kapstadt, Kinshasa, Kuito, Lissabon, Lubango, Luena, Lusaka, Maputo, Menongue, Moçùmedes, Nairobi, Ondjiva, Paris, Porto, Rio de Janeiro, SĂŁo Paulo, SĂŁo TomĂ©, Saurimo, Soyo, Windhoek)
‱ TAP Portugal (Lissabon)

Nahverkehr

Straßenverkehr

In Luanda sind die Straßen teilweise in schlechtem Zustand, nicht zuletzt aufgrund des extrem hohen Verkehrsaufkommens, das zu einer chronischen Überlastung, vielen Staus und auf den wichtigsten Strecken oft zu völlig ĂŒberdehnten Fahrzeiten fĂŒhrt. Zurzeit werden allerdings viele neue Straßen gebaut und vor allem alte Verkehrsachsen ausgebessert und verbreitert.

RegulĂ€re Taxis sind verfĂŒgbar, man sollte jedoch Wartezeiten einplanen. Die Taxis in Luanda und ĂŒberall in Angola sind blau-weiße Kleinbusse, die mehrere Leute auf einmal in verschiedene Orte fahren. Es gibt Mietwagen mit Fahrer, die jedoch sehr teuer sind. Zunehmend gibt es in Luanda auch kupapatas, also MotorrĂ€der, die als Taxis fĂŒr den Transport von Personen und Waren in den lĂ€ndlichen Gegenden Angolas seit Jahren eingesetzt werden.

Öffentlicher Nahverkehr

Im Jahr 2020 begann der Bau einer 14,9 km langen Straßenbahnlinie, die vom Hafen Luandas nach Cacuaco fĂŒhrt. Sie wird als Metro de SuperfĂ­cie bezeichnet und von Siemens Mobility im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft gebaut. Private Investoren beteiligen sich mit 70 %, der angolanische Staat mit 30 % des Kapitals. Die geplanten Kosten belaufen sich auf 3 Milliarden US-Dollar.cite-ref-49[49]

Fremdenverkehr

Die touristische Infrastruktur hat sich in Luanda von 2009 bis 2019 erheblich verbessert. Im Jahr 2009 gab es in der Millionenstadt nur 27 Hotels, zehn Jahre spĂ€ter sind es 109 Hotels, 50 Resorts, 12 Ferienanlagen, 63 Pensionen, 37 GĂ€stehĂ€user und 7 Herbergen. Mit dem erhöhten Angebot sanken auch die Übernachtungspreise um mehr als die HĂ€lfte. FĂŒr die meisten Einheimischen sind die Preise jedoch immer noch zu hoch. Die Belegungsquote der Hotels liegt nur bei 15–30 %.cite-ref-50[50]

Medien

Die angolanischen Medien sind weitgehend unter staatlicher Kontrolle. Allerdings gibt es vermehrt private Mediengesellschaften, z. B. Media Nova. Es gibt die Tageszeitung ÂŽJornal de Angola mit einer Auflage von etwa 50.000 Exemplaren sowie die private Zeitung O PaĂ­s. Die grĂ¶ĂŸte Wochenzeitung SemanĂĄrio Angolense ist im Besitz des Jornal de Angola. Ebenso unter staatlicher Kontrolle und Reglementierung stehen das RĂĄdio Nacional de Angola und das Fernsehen TelevisĂŁo PĂșblica de Angola.

Lange Zeit einzige Quelle fĂŒr Nachrichten aus Angola war die 1978 gegrĂŒndete staatliche Nachrichtenagentur AgĂȘncia Angola Press.

Mit der neuen Verfassung wurde auch das Pressegesetz 1991 neu formuliert, es erlaubt Presse- und Meinungsfreiheit und damit auch die GrĂŒndung unabhĂ€ngiger Medien. Zu diesen gehören die privaten Radiosender RĂĄdio LAC, der kirchlich getragene Sender RĂĄdio Ecclesia sowie das 2006 aus dem UNITA-Sender VORGAN (Voz ResistĂȘncia do Galo Negro) hervorgegangene RĂĄdio Despertar. UnabhĂ€ngige Wochenzeitungen sind Folha 8, seit 1996 von William Tonnet in Luanda herausgegeben, AGORA, SeminĂĄrio Angolense, Actual Fax, 1995 gegrĂŒndeter Faxdienst und die Internetportale AngoNotĂ­cias und Angola24horas.

Die Medien in Angola unterliegen erheblichen gesetzlichen Restriktionen. Im Medienbarometer des SĂŒdlichen Afrika erhĂ€lt Angola die schlechteste Bewertung. Im Bericht von 2007 heißt: „Eine relative Medienvielfalt existiert nur in der Hauptstadt Luanda. Auf dem Land dagegen gibt es kaum Zeitungen und die große Mehrheit der Bevölkerung ist zur Information auf die staatlichen Kurzwellensender angewiesen. Obwohl ein Mediengesetz private Radioveranstalter erlaubt, ignoriert die Regierung bisher die entsprechenden AntrĂ€ge: seit sieben Jahren wurde kein einziger Bescheid erteilt.“

Über den Stand der Medienfreiheit in den LĂ€ndern der Region berichtet regelmĂ€ĂŸig MISA, das Medieninstitut im SĂŒdlichen Afrika. Eine weitere wichtige Quelle ist Human Rights Watch. Damit die Medien ihre Aufgabe gerade auch im Hinblick auf Wahlen erfĂŒllen können, mĂŒssten nach Meinung von Experten die restriktiven Mediengesetze erheblich gelockert werden.

Rundfunk und Fernsehen

Neben dem staatlichen Fernsehsender TelevisĂŁo PĂșblica de Angola gibt es seit 2008 den ersten privaten Fernsehkanal TV Zimbo. Ein dritter privater Kanal ist mit AngoTV in Vorbereitung. Im Februar 2010 startete die portugiesische ZON MultimĂ©dia (30 %) und die angolanische Finstarcite-ref-51[51] (70 %) den Satelliten-TV-Betreiber Zap, um MarktfĂŒhrer in Angola zu werden. Finstar gehört Isabel dos Santos.cite-ref-52[52]

Bildung

Schon vor der Inbesitznahme des heutigen Territoriums von Angola im 20. Jahrhundert gab es einige schulische Einrichtungen in Luanda, die allerdings fĂŒr Weiße (allenfalls fĂŒr Mischlinge) bestimmt waren. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts konnte man von einem Schulsystem sprechen – mit einer Reihe von Grundschulen – die staatlichen fĂŒr die „civilizados“, die Missionsschulen fĂŒr die „indĂ­genas“ – und dem Liceu Nacional Salvador Correia (zunĂ€chst auch nur fĂŒr Weiße). In der spĂ€tkolonialen Zeit, 1962–1974, wurde die rassisch-kulturelle Diskriminierung aufgehoben und das Schulwesen auf der Primar- und Sekundarstufe stark erweitert.cite-ref-53[53] Nach der UnabhĂ€ngigkeit setzte sich diese Entwicklung fort, nicht zuletzt aufgrund massiver Hilfe seitens Kubas.cite-ref-54[54]

Die in der Kolonialzeit 1963 eröffnete, aber erst 1968 funktionierende staatliche UniversitĂ€t von Angola und die 1962 eröffnete katholische Fach(hoch)schule fĂŒr Sozialarbeit hatten ihren Sitz in der Hauptstadt. Nach der UnabhĂ€ngigkeit wurde Erstere in die Universidade Agostinho Neto (UAN) umgewandelt, die rasch expandierte und in allen ProvinzhauptstĂ€dten FakultĂ€ten besaß.cite-ref-55[55] 2008/2009 wurden Letztere jedoch in neuen UniversitĂ€ten gruppiert und die UAN auf die Provinzen Luanda und Bengo konzentriert. Inzwischen wurde in Luanda eine Universidade CatĂłlica de Angola, (Katholische UniversitĂ€t von Angola) gegrĂŒndet, der 2009 auch die Nachfolgeinstitution der Fachhochschule fĂŒr Sozialarbeit, das Instituto Superior JoĂŁo XXIII, eingegliedert wurde. Verschiedene portugiesische UniversitĂ€ten haben inzwischen in Luanda (Stadt und Provinz) Zweigstellen aufgebaut, so die UniversitĂ€t LusĂ­ada, die Universidade LusĂłfona und das Instituto Jean Piaget. Außerdem gibt es eine ganze Reihe von angolanischen PrivatuniversitĂ€ten, so die Universidade Privada de Angola und das Instituto Superior de CiĂȘncias Sociais e RelaçÔes Internacionais. Saudi-Arabien hat 2010 seine Absicht bekundet, in Luanda eine islamische UniversitĂ€t zu errichten.cite-ref-56[56]

Zudem ist die Nationalbibliothek von Angola in Luanda ansÀssig.

Söhne und Töchter der Stadt

→

Hauptartikel

:

Liste von Persönlichkeiten der Stadt Luanda

Eine Vielzahl bekannter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Angola und Portugal wurden in Luanda geboren. Dazu zÀhlen u. a. der ehemalige angolanische StaatsprÀsident José Eduardo dos Santos und seine Frau, Ana Paula dos Santos, Politiker wie der angolanische Premierminister Fernando da Piedade Dias dos Santos oder die portugiesische Justizministerin Paula Teixeira da Cruz, bekannte angolanische Musiker wie Paulo Flores und Anselmo Ralph, oder Schriftsteller wie der Angolaner Ondjaki oder der Portugiese Gonçalo M. Tavares.

Weblinks

Commons

: Luanda

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikivoyage: Luanda

– ReisefĂŒhrer

Wiktionary: Luanda

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

‱ Verwaltungsgliederung Angola

Einzelnachweise

cite-note-11. Angola: Provinzen, StÀdte & Orte citypopulation.de
cite-note-22. ↑ Loanda. In: Encyclopédia Britannica. 11. Auflage. Band 16: L – Lord Advocate. London 1911, S. 834 (englisch, Volltext [Wikisource]).
cite-note-33. ↑ Zur Situation, die in der kolonialen Endphase erreicht war, siehe IlĂ­dio do Amaral: Luanda: Estudo de geografia urbana. Junta de InvestigaçÔes do Ultramar, Lissabon 1968
cite-note-44. ↑ Cristina Lucena & Jochen Oppermann

cite-note-55. ↑ Artikel vom 25. Juli 2011 zur neuen Verwaltungsgliederung Luandas, Zeitung O País, abgerufen am 29. April 2014
cite-note-66. ↑ Sebastian Kasack: Perspektiven fur partizipatives Squatterupgrading in Luanda/Angola. UniversitĂ€t Bonn, 1992, Doktorarbeit.
cite-note-77. ↑ Profil der Provinz Luanda (Memento vom 4. MĂ€rz 2016 im Internet Archive) auf der offiziellen Website zur VolkszĂ€hlung 2014; abgerufen am 28. April 2014.
cite-note-88. ↑ Luanda passa a ter nove municípios redeangola.info, 29. November 2016, abgerufen am 17. September 2019
cite-note-99. ↑ A nova divisão político-administrativa da província de Luanda evandroamaral.blogs.sapo.ao, 11. Februar 2018, abgerufen am 17. September 2019
cite-note-1010. ↑ Percentagem de agregados familiares com acesso à água potável no período 2006-2014 e objectivos do Governo para 2017 (PDF) S. 3, unicef.org, abgerufen am 22. Mai 2019.
cite-note-1111. ↑ Results of UN-Habitat’s work in Angola, Ethiopia, Mozambique and Rwanda@1@2Vorlage:Toter Link/unhabitat.org (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im MĂ€rz 2022. Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prĂŒfe den Link gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF) S. 4, unhabitat.org, 21. MĂ€rz 2018, abgerufen am 22. Mai 2019.
cite-note-1212. ↑ Lixo em Luanda: Um dos problemas a resolver pelo novo governador dw.com, abgerufen am 22. Mai 2019.
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cite-note-1919. ↑ Luanda: EstratĂ©gias de Regeneração Urbana atravĂ©s da criação de novos espaços pĂșblicos (PDF) Universidade de Lisboa, 2016, S. 10–26
cite-note-2020. ↑ Die Bedeutung der Erweckungskirchen wurde eindringlich durch eine Massenpanik am 31. Dezember 2012, bei der zehn Menschen getötet wurden. Die Opfer, vier Kinder und sechs Erwachsene, wurden im GedrĂ€nge vor dem EstĂĄdio Cidade UniversitĂĄria niedergetrampelt und erstickten am Boden. Siehe Treze mortos Ă© o balanço da tragĂ©dia do EstĂĄdio da Cidadela (portugiesisch). Bei der Veranstaltung waren ĂŒber 200.000 Menschen (statt der erwarteten 80.000) zu einem Gottesdienst der Igreja Universal do Reino de Deus in das Stadion geströmt. Siehe Angola vigil crush at Luanda stadium kills 10. BBC News, abgerufen am 28. September 2013. sowie PĂșblico (Lissabon, 2/1/2012). Weil nur zwei der vier Tore aus und in das Stadion geöffnet waren, kam es zu dem tödlichen GedrĂ€nge. Treze mortos Ă© o balanço da tragĂ©dia do EstĂĄdio da Cidadela em Luanda (portugiesisch). Mindestens 120 Menschen sind bei der Tragödie verletzt worden. MORTES TRAGÉDIA EM LUANDA NO ESTÁDIO DA CIDADELA (portugiesisch)
cite-note-2121. ↑ Quellenangaben finden sich im Artikel Angola.
cite-note-2222. ↑ Exodus, Luzern, 1997
cite-note-2323. ↑ portalangop.co.ao
cite-note-2424. ↑ Eine Illustration findet sich schon in Sebastian Kasack, Perspektiven fĂŒr partizipative Squatterentwicklung in Luanda/Angola: Eine Feasibility-Studie im Quartier Lixeira. Bairro Sambizanga, Diplomarbeit in Geographie, Bonn: Rheinische Friedrich-Wilhelms-UniversitĂ€t, 1992. Wie laufende Meldungen der angolanischen Presse belegen, hat sich die Lage seither noch wesentlich verschlechtert.
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cite-note-4949. ↑ A Siemens Mobility Ă© a empresa alemĂŁ escolhida para construir, a partir deste este ano, o “Metro de SuperfĂ­cie de Luanda” josegraca.eu, 8. Februar 2020, abgerufen am 28. Februar 2020 (portugiesisch)
cite-note-5050. ↑ Preço de hotĂ©is inibe clientes em Luanda angop.ao, 25. Januar 2019, abgerufen am 4. Oktober 2019
cite-note-5151. ↑ investing.businessweek.com
cite-note-5252. ↑ dinheirovivo.pt
cite-note-5353. ↑ Elisete Marques da Silva: O papel societal do sistema de ensino na Angola colonial, 1926–1974; Revista Internacional de Estudos Africanos (Lissabon), 16/17, 1992–1994, S. 103–130 (Wiederabdruck in Kulonga (Luanda), Sondernummer 2003, S. 51–82)
cite-note-5454. ↑ Christine Hatzky: Kubaner in Angola: SĂŒd-SĂŒd-Kooperation und Bildungstransfer, 1976–1991. Habilitationsschrift ab der UniversitĂ€t Duisburg-Essen, 2009
cite-note-5555. ↑ Paulo de Carvalho, Víctor Kajibanga, Franz-Wilhelm Heimer: Angola. In: D. Teferra, P. Altbach (Hrsg.): African Higher Education: An International Reference Handbook. Indiana University Press, Bloomington / Indianapolis 2003, S. 162–175
cite-note-5656. ↑ Vgl. Artikel Angola